Unihockey Aargau United gewinnt das hitzige Derby gegen die Powermäuse Brugg verdient mit 6:2. Zum Start der Rückrunde wurden die Kantonsrivalen aus Brugg auch in der Tabelle von United überholt.

Strafe um Strafe und eine rote Karte
In der laufenden Saison startete Unihockey Aargau United oft sehr unkonzentriert ins erste Drittel und es resultierte jeweils früh ein Rückstand. Am letzten Samstag in der Sporthalle Isenlauf in Bremgarten war hingegen von Beginn weg nicht die kleinste Unsicherheit von Seiten des Heimteams zu spüren. Wie im Hinspiel standen die Powermäuse aus Brugg weit in der eigenen Hälfte und warteten nur auf die Möglichkeit für einen Konter. Im September liessen sich die vereinten Aargauer davon noch verunsichern und gaben Brugg mit Fehlpässen immer wieder die Möglichkeit Tore zu erzielen. Am Samstagabend aber wurde der Ball von Aargau United mit aller Geduld in den eigenen Reihen zirkuliert. Bis sich die Möglichkeit zu einem Vorstoss bot, welche dann zielstrebig genutzt wurde. Jedoch wollte der gelöcherte Ball in der Startphase noch nicht in die Maschen, sondern blieb am Torhüter oder am Pfosten hängen. Aber nicht nur das Heimteam machte schnell auf sich aufmerksam, auch die Schiedsrichter waren immer wieder im Zentrum des Geschehens. So kam es bereits in den ersten zehn Minuten zu Überzahlspielen auf beiden Seiten. Jedoch blieben beide Teams noch sehr ungefährlich, obwohl Brugg beinahe zwei Minuten mit zwei Spielern mehr auf dem Feld stand. Das erste Tor des Abends ging verdient an die vereinten Aargauer, nach zwei Abprallern vom Torhüter versuchte es Massaro als Dritter und war erfolgreich. Das Kantonsderby wurde immer ruppiger und die Powermäuse aus Brugg zweifelten jeden der vielen Pfiffe der Unparteiischen an. Die Schiedsrichter liessen dies aber auch nicht unbeachtet und gaben die erste von vielen Strafen wegen Reklamieren auf Seiten der Brugger an diesem Abend. Der Fokus lag nach dem torlosen Powerplay der Aargauer aber sofort wieder auf den Schiedsrichtern und nicht auf dem Spiel. Nach 17 gespielten Minuten wurde Roger Strebel in der gegnerischen Ecke gefoult, nach dem Pfiff vom Schiedsrichter versuchte er sich mit dem Rücken zum Gegner, sich diesen vom Leib zu halten und stiess seine Arme nach hinten. Dabei traf er den Gegner im Gesicht, was die ganze Spielerbank der Powermäuse sofort wieder zum piepsen brachte. Die Unparteiischen waren höchst verunsichert und besprachen sich eine gefühlte Ewigkeit. Dann griff der Schiedsrichter zum roten Karton in seiner Brusttasche und streckte sie in die Richtung von Roger Strebel.

Besonnene Reaktion
Das Heimteam liess sich nach diesem Schock aber nicht von den Emotionen übermannen und konzentrierte sich gekonnt aufs Spiel. So gelang es Aargau United, dass während der ganzen fünfminütigen Strafe, welche auf eine rote Karte folgt, nur ein einziges Tor des Gastteams zustande kam. Dieses Tor gelang Brugg erst nach der ersten Pause. Auch das Unentschieden blieb danach aber nicht lange bestehen, da Richner mit einem Knaller von der Mittellinie die Führung für die United wieder herstellen konnte. Am Spielstil änderte sich nicht viel, wenn das Spiel nicht gerade wegen Diskussionen unterbrochen war, machte Unihockey Aargau United Druck und Brugg wartete auf Fehler im Aufbau. Der knappe Vorsprung von einem einzigen Tor für das Heimteam blieb aber bis zur zweiten Pause bestehen. Der letzte Spielabschnitt begann symptomatisch für das Spiel mit einer Strafe wegen Reklamieren gegen die Powermäuse. Die Überzahl von Aargau United hatte sich langsam aber sicher eingespielt und so gelang es Fuchs den Ball zum 3:1 im Tor unterzubringen. Auch die Gäste kamen nun vermehrt zu Chancen, die aber allesamt vom ausserordentlich stark aufspielenden André Renggli im Tor von United zunichte gemacht wurden. Die Nervosität, welche zu Beginn nicht vorhanden war beim Heimteam, kam nun mit dem knappen Vorsprung langsam auf. Mit einer Doppelstrafe nahm sich Brugg den Wind aber gleich wieder aus den Segeln. Die eine der beiden Strafen war natürlich wieder die Folge vom zu lockeren Mundwerk der Gäste. Die doppelte Überzahl brachte die Erlösung für die Vereinten aber noch nicht. Auf der anderen Seite kamen die Brugger zu vielen Chancen, aber Renggli hielt jeden Ball, der in seine Richtung kam.

Verdienter Lohn in den Schlussminuten
Die letzten zehn Minuten des Spieles mussten die Entscheidung bringen. Zum Start dieser Schlussphase durfte Unihockey Aargau United noch einmal mit einem Spieler mehr beginnen und nun klappte es endlich mit dem Führungsausbau. Richner gelang es den Torhüter der Powermäuse am nahen Pfosten zu erwischen. Die Zuschauer auf den Rängen sahen eine grosse Erleichterung in den Reihen des Heimteams. Diese Lockerheit fand auch den Weg ins Spiel der Aargauer und nach einer wunderschönen Passkombination über alle fünf Spieler auf dem Feld konnte Amstutz den Ball zum 5:1 nur noch einschieben. In den letzten Minuten konnte Brugg nichts mehr an der Niederlage ändern, selbst bei einem Penalty kamen sie nicht an André Renggli vorbei. Erst kurz vor Schluss konnten die Gäste bei einem Freistoss aus kürzester Distanz noch ihr zweites Tor erzielen. Zuvor hatte Björn Strebel mit einem satten Schuss aber bereits den Spielstand für die Aargauer noch weiter nach oben geschraubt, womit der Schlussstand 6:2 lautete. Der dritte Sieg in Folge für Unihockey Aargau United war hochverdient, das Spielzepter lag stets in den Händen von United. Der Verlust der Spielkontrolle wäre in diesem zerhackten Spiel keine Überraschung gewesen, doch mit einer geschlossenen Teamleistung holte sich Aargau United nicht nur den Sieg, sondern auch den vierten Tabellenrang der Powermäuse Brugg.

 

ba matchtelegramm

Unihockey Aargau United - Powermäuse Brugg 6:2 (1:0 1:1 4:1)
Sporthalle Isenlauf, Bremgarten AG. 53 Zuschauer. SR Baumgartner/Baumgartner.

Tore: 13. G. Massaro (Ro. Strebel) 1:0. 21. N. Baur 1:1. 25. P. Richner (F. Renggli) 2:1. 44. G. Fuchs (P. Richner) 3:1. 51. P. Richner (G. Fuchs) 4:1. 53. F. Amstutz (G. Massaro) 5:1. 59. B. Strebel (G. Massaro) 6:1. 59. M. Meuli (S. Herrigel) 6:2.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Unihockey Aargau United. 6mal 2 Minuten, 1mal 10 Minuten (D. Stalder) gegen Powermäuse Brugg.

Aufstellung Aargau United: Florian Amstutz, Adrian Keusch, Nicola Schär, Gabriel Fuchs, Reto Strebel, Roger Strebel, Fabian Renggli, Dario Soldera, Marius Jauslin, Pascal Richner, Andre Renggli, Dominic Bohler, Alex Salzmann, Gabriel Massaro, Philipp Niederöst, Simon Meyer, Björn Strebel, Joel Gisler, Basil Desch
Es fehlten: Robin Killer, Raffael Keusch, Rasul El Khatib, Dominic Bieri, Michael Köpfli (abwesend) David Lips, Lukas Trümpi (verletzt)