Die United zeigte sich im ersten Heimspiel der Saison von seiner guten Seite. Eiskalt im Abschluss mit viel Zug nach vorne. Die Verletzung von Torhüter David Lips kurz vor Schluss brachte die Aargauer wohl um den verdienten Sieg.

Mental zu schwach

Es war wohl die spielentscheidende Szene am vergangenen Samstagabend in Bremgarten. Die Spieler von Gegner Schwarzenbach lagen sich in den Armen und bejubelten den 5:2 Anschlusstreffer, während sich Torhüter David Lips mit grossen Schmerzen am Boden wälzte. Nach einem Zusammenprall mit einem gegnerischen Stürmer blieb Lips, der bis dahin einen einwandfreien Abend hatte, verletzt liegen. Die Schiedsrichter realisierten die Situation erst nachdem der Ball den Weg ins leere Gehäuse fand. Aargau United verlor eine Viertelstunde vor Schluss nicht nur ihren überragenden Goalie, der sofort ins Spital gebracht wurde, sondern auch die Kontrolle über eine Partie, die sie die ersten 45 Spielminuten kontrollierten und dominierten. Gegen Gruppenfavorit Black Creek Schwarzenbach zeigte sich die United von einer anderen Seite als noch eine Woche zuvor im Derby gegen Brugg. Die Leidenschaft, der Wille und die Kampfbereitschaft waren vorhanden. Nicht unverdient brachten Dario Soldera, Roger Strebel und Dominic Bieri (je 2x) ihre Farben mit 5:1 in Front. Die Gäste spielten in den ersten zwei Dritteln nicht zwingend schlechter, waren vor dem gegnerischen Tor jedoch zu wenig kaltschnäuzig und scheiterten auch immer wieder am starken David Lips. „Wir haben auf seine Verletzung mental zu schwach reagiert“, äusserte sich Kapitän Björn Strebel sichtbar enttäuscht nach dem Spiel. Was er damit meinte, hatte en in sich: Nach der wohl spielentscheidenden Szene eine Viertelstunde vor Schluss war seine Mannschaft komplett vor der Rolle. Sie haderte mit dem Schicksal und der fragwürdigen Entscheidung der Schiedsrichter in diesem Moment. Eine hart gepfiffene Strafe einige Minuten später verstärkte die Gefühlslage noch zusätzlich. Dennoch winkt Strebel ab: „Über die Entscheidungen der Unparteiischen dürfen wir uns niemals beklagen! Wir führen eine Viertelstunde vor Schluss mit vier Toren, das müssen wir nach Hause bringen“. Müssten sie, taten sie aber nicht. Die United verlor völlig den Faden und kassierte kurz vor Schluss den Ausgleich, ehe Michael Flückiger in der Verlängerung die Berner zum Sieg schoss. „Ich bin enttäuscht, auch wenn ich 45 Minuten gesehen habe, dass wir mit unserem jungen Kader auch mit den wohl Besten der Gruppe mithalten und sogar dominieren können“, versuchte Trainer Renato Wyss das Gezeigte irgendwie einzuordnen. Fakt ist: Schwarzenbach stahl den Sieg sicher nicht. Sie waren nicht zwingend schlechter über die gesamte Partie und glaubten bis zum Schluss an die Wende. Fakt ist jedoch auch, dass die United in den ersten beiden Saisonspielen das Pech fast schon an der Schaufel klebt und sich in gewissen Situationen sehr naiv anstellt. Daran werden die Aargauer arbeiten müssen um das Glück auf ihre Seite zu ziehen. Die Aufgabe am kommenden Wochenende könnte schwieriger wohl nicht sein. Auswärts treffen die Blauweissen auf Waldenburg. Die Eagles liegen nach zwei Siegen in zwei Spielen ganz vorne in der Tabelle und sind neben Schwarzenbach der grosse Favorit auf den Gruppensieg.

 

ba matchtelegramm

Unihockey Aargau United - Black Creek Schwarzenbach 5:6 n.V. (3:0, 1:1, 1:4, 0:1)
Sporthalle Isenlauf, Bremgarten AG. SR Biland/Biland.
Tore: 2. D. Soldera (J. Gisler) 1:0. 4. D. Bieri (R. Keusch) 2:0. 15. R. Strebel (L. Trümpi) 3:0. 27. R. Strebel 4:0. 37. M. Wick (M. Flückiger) 4:1. 42. D. Bieri (R. Strebel) 5:1. 46. R. Jordi (M. Wick) 5:2. 48. D. Hiltbrunner (K. Briggen) 5:3. 50. K. Briggen (A. Leibundgut) 5:4. 56. D. Hiltbrunner (M. Flückiger) 5:5. 61. M. Flückiger (M. Thomi) 5:6.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Unihockey Aargau United. 2mal 2 Minuten gegen Black Creek Schwarzenbach.

Bemerkungen: Aargau United ohne Reto Strebel, Andre Renggli (abwesend), Simon Meyer (verletzt), Massaro (krank), 46. David Lips verletzt ausgeschieden

Aufstellung Aargau United: David Lips, Alex Salzmann, Raffael Keusch, Roger Strebel, Dominic Bieri, Lukas Trümpi, Björn Strebel, Robin Killer, Joel Gisler, Dario Soldera, Basil Desch, Fabian Renggli, Florian Amstutz, Marius Jauslin, Philipp Niederöst, Nicola Schär, Dominic Bohler